| Neu am 23. Februar 2000: Hoffentlich kommt diese Seite bald vom Netz! Denn das Trauern hat ein Ende. Elmi ist wieder da!!! Ab dem 13. März 2000 sendet er wochentäglich zwischen 13 und 15 Uhr bei dem Pirmasenser Sender Rockland Radio. Frequenzen und alles weitere auf der Homepage von Rockland Radio. |
Nein, keine Angst! Elmi ist nicht tot! Aber für mich ist durch den Rausschmiss dieses Kultmoderators bei SWR3 ein weiteres (großes) Stück SWF3 gestorben.Elmi lach malElmar Hörig: Spassvogel bei SWF3, zu Hause ewiger Grübler. Ein Mann der Widersprüche.
|
|
|
Autor: Jörg Kujack aus: ON - Das Magazin |
Die knallrote Pudelmütze war immer das erste, was man von ihm sah. Draussen
im Schneetreiben, morgens um fünf. Elmar hatte "Musikzeit" damals. Er trollte
den Redaktionsgang entlang und schüttelte erstmal den Schnee ab. Mit so was
machte man sich sehr beliebt bei den Litfasswellen-Moderatoren. Denn wir
hatten auf dem Gang - damals gab es die Agentur-Meldungen noch nicht im
Computer - fünfzehn Meter lange Telexrollen ausgelegt, bedruckt mit den News
der Nacht. Und da stand Elmar Hörig dann wie ein tropfender Weihnachtsmann in
der Tür. Er war mürrisch wegen der Uhrzeit. Wir waren sauer, weil er alle
Telexrollen nass gemacht hatte und die feuchten Dinger immer einrissen.
Wie kann ein Mensch vom Parkplatz bis in die Redaktion nur so viel Schnee auf dem Anorak ansammeln? Mit dem Fahrrad sei er gekommen, sagte er. Manchmal kam er auch auf Langlaufskiern. Mir war klar: der spinnt! Mittlerweile hab' ich mit dem Mann ein Doppelhaus gebaut, füttere dann und wann seine Katzen und mache bei Gewitter seine Fenster zu. Hat sich was geändert? Nein, ich glaube nicht. Er spinnt immer noch. Aber auf seine Art. Durchaus positiv mitunter. Fangen wir von vorne an. Elmars Beginn bei SWF3 war ein Desaster. Er war eine derart schwere Geburt, dass sich weder Elmar noch ältere Redakteure an das genaue Datum erinnern. Mit diesem Kind wollte erst mal keiner was zu tun haben. Auf jeden Fall muß es um das Jahr 1980 gewesen sein. Eine Probemoderation, daß es einem grauste. Und eine erste Sendung, bei der so mancher altgediente SWF3ler glaubte, er habe "einen anderen Sender drin". Der erste, der an Elmar festhielt, war Peter Stockinger, der Boss. Zum Teil gegen heftigen Widerstand der Redaktion. Das Kind wuchs heran, lernte zu sprechen und bekam bald die "Musikbox" als feste Sendung. Dann ab und zu einen "Radioclub" mit seinem Spezialthema "Beatles". Heute ist Elmar Hörig, 44, der bekannteste Radio-Mann bei SWF3, und seine Art am Mikro wird im ganzen Land kopiert. Und wer ist der Privatmann Elmar Hörig? Ein Mensch mit zwei Gesichtern! Drahtiger Sportler und Hypochonder. Weltoffen und doch eingemauert. Erfolgreich, aber voller Existenzangst. Die Furcht vor Verarmung befällt ihn täglich, manchmal stündlich. Es ist so nervend, dass wir mittlerweile ein Abkommen haben: Immer, wenn er von seinem drohenden Konkurs anfängt, zeige ich auf den Himmel und sage: "Elmar, es ziehen Wolken auf." Dann wechselt er für 'ne halbe Stunde das Thema.
Warum plagt diesen Mann Existenzangst? Er lebt mit Blick ins Elsass auf 230
Quadratmetern, hat zwei Autos und drei Wohnungen, die Putzfrau kommt mit dem
Taxi, und die Katzen kriegen Krabben aus dem Feinkostladen. Aus der Gegenwart
läßt sich eine Antwort also kaum herleiten.
Stockinger weiß, was er an Hörig
hat. Wer Elmar bei der Arbeit beobachtet, sieht sofort: Er ist der Radio-Profi
schlechthin. Beispiel: seine Schneidetechnik. Während man normalerweise mit
Hilfe eines Stempels ein Band kleinhackt, schneidet Elmar mit dem Auge:
schneller Blick auf die Bandhinterseite vorm Tonkopf, Band hervorgezogen und
zwei Millimeter rechts vom "A" in "BASF" geschnitten. Paßt. Alles geht
innerhalb von Sekunden. Bei Bandproduktionen macht Elmar keine Kompromisse.
Entweder 100 Prozent oder gar nicht. So geht beispielsweise ein "Käpt'n Kip
Dotter" in drei Minuten über den Sender Elmar bastelt dafür aber vier bis
fünf Stunden an jeder dieser Folgen herum. Im Studio unter seiner Garage. Mit
einem Liter Tee pro Stunde. Mindestens.
Wie lebt dieser Mann?
Elmar ist nicht nur tierlieb, er ist auch ein Umweltmensch. Teich,
Komposthaufen, alles da. Genau wie die anfängliche Idee, sein Haus von innen
mit Alufolie auszukleiden. Wegen der Erdstrahlen. Und die Nummer mit dem
Bettdrehen. Aber das fällt unter die Kategorie "eingebildeter Kranker". Denn
wenn er sich nicht gerade selbst bedauert, ist er krank. Da ist Elmar
unschlagbar. Der plötzliche Tod durch Einatmen ist dabei ebenso im Programm
wie langsames Sterben wegen eines Pickels am Knie.
|

|
|
|||
|
|
|
|
|
|
|
|||
|
|
|||